Newsletter September

Liebe Yogis und Freunde,

der September ist da und mit den typischen Vorboten des Herbstes bekommen wir einen Vorgeschmack auf den Winter. Manchmal freue ich mich richtig auf den Winter, verbunden mit dem intensiven Rückzug, es sich gemütlich zu machen und nicht raus zu müssen weil es ja so kühl und nass ist.

Doch dieses Jahr war mir eindeutig schon zu düster… Schwere dunkle Wolken verhüllten nur allzu gerne mal die Sonne. Den alltäglichen Tätigkeiten nachzugehen fällt mir leichter bei hellem und strahlendem Licht. Im Licht ist vieles deutlich zu sehen, selbst der Schatten wird schärfer. Corona ist solch ein Schatten, der ständig mit uns unterwegs ist – ein ständiger Mahner auf die Gesundheit zu achten.

Die Natur wird auch deutlicher mit ihrer Forderung nach mehr Umsicht. Wir lernen schmerzhaft, dass unsere Handlungen Konsequenzen haben – auf allen Ebenen. Im Yoga nennen wir das Karma. Die Folge von Aktion und Reaktion, oder zu gut Deutsch „das was ich säe werde ich ernten“. 

Wir müssen begreifen, dass alles was uns widerfährt einst ein Samen war, den wir – bewusst oder unbewusst – gesät haben und der nun zur Blüte reift. Ob dies Blüte uns gefällt oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Vielleicht gefällt uns die Blüte noch, aber spätestens bei der Frucht wird uns klar, ob sie uns schmeckt oder nicht.

Diese Kette von Aktion und Reaktion zu unterbrechen ist Yoga. Durch Yoga lassen sich schlechte Samen vernichten und neue Samen, die nach einiger Zeit erfahrbar schmackhafte Früchte tragen, werden gepflanzt. Und auch Yoga selbst kann man gewissermaßen als Samen betrachten, der eines Tages Früchte hervorbringen wird, sofern man ihn mit Hingabe pflegt. Damit etwas gut wird, solide, braucht es seine Zeit. Ein Baum in der Natur braucht eine gewisse Zeit zum Wachsen, bis er den Witterungen trotzen und tagein tagaus trotz äußerlicher Widrigkeiten in beständiger Meditation verweilen kann. Ebenso verhält es sich mit unserem Geist, dem wir durch Yoga langfristig zu ebendieser Widerstandsfähigkeit verhelfen wollen. 

Yoga ist kein quick fix. Yoga ist eine Lebenseinstellung.

Während der Corona Zeit hatte ich viel Gelegenheit im Garten zu sein und mich unter anderem mit dem Wachsen und Eingehen der dortigen Pflanzen zu beschäftigen. Ich habe dort einiges gepflanzt, was nichts geworden ist oder was von anderen Pflanzen einfach überwuchert wurde, weil ich nicht die ganze Zeit vor Ort war (d.h. die guten Samen nicht ausreichend gepflegt habe). Kurz: So ein Garten hat viel zu lehren und ist dabei sehr geduldig und ausdauernd. Der Garten oder die Natur lehrt vor allem langfristiger zu denken und mit den Jahreszeiten zu leben.

Deshalb ist es mir ein besonderes Anliegen, auch dort Yoga zu unterrichten und euch die Natur wieder näher zu bringen, von der wir uns so weit entfernt haben auf der Suche nach Comfort und Behaglichkeit, nach Perfektion und Fortschritt. Für mich wird immer deutlicher, dass wir nur weiter existieren können, wenn wir mit der Natur leben und von ihr lernen – und zwar in dem Tempo, wie es die Natur vorgibt.

Für alle, die Yoga in Natur mal ausprobieren möchten oder es vielleicht auch schon lieben gelernt haben, biete ich ein Yoga Seminar in meinem Garten in Au an.
Mehr Infos dazu findet ihr weiter unten.

Außerdem wichtig:  Die regulären Kurse starten wieder ab Montag dem 6. September!

Ich wünsche euch allen einen blühenden September, wo auch immer ihr die Sonne und die Natur genießen könnt.

Ohm Shanti

Stephan